Während draußen noch eine dicke Schneedecke über der Landschaft liegt und die Temperaturen in der Nacht weit unter den Gefrierpunkt fallen, erwacht unser Überwinterungsanbau im unbeheizten Folientunnel langsam aus dem Winterschlaf. Wenn Salat und co die ersten Wachstumsschübe erleben weiß man: die Tage werden wieder länger.

Dass Gemüse härter im nehmen ist, als man meinen würde, spricht sich langsam herum. Mit den richtigen Sorten und Techniken wäre auch in den kalten Monaten eine nachhaltige und regionale Versorgung mit frischem Gemüse machbar. Mal ehrlich, schmecken Tomaten oder Paprika im Winter nicht furchtbar, nachdem sie tausende Kilometer Tranpsortweg hinter sich haben? Sicher kein Vergleich zu unserem frischem Spinat, Mangold, Salat oder den verschiedenen Kohl-Arten, die sich unter dem schützendem Vlies erstaunlich wohl fühlen. Und das ganz ohne Heizung oder Kunstlicht, wie es in der industriellen Landwirtschaft immer üblicher wird.

Die verschiedenen frischen Blattgemüse sorgen in unseren frühen Gemüsekisterln ab Ende Februar schon für leckere Abwechslung. Gespannt beobachten wir auch die Entwicklung der längeren Kulturen wie Karotten, Knollenfenchel oder Chinakohl, die wir noch im Herbst gepflanzt haben und hoffentlich Anfang April ernten können, kurz bevor die Sommersorten in Gewächshaus gepflanzt werden.

Aber nicht nur der Gemüsebau beschäftigt uns heuer, sonder auch wieder einige Bauprojekte. Schon im Herbst haben wir die Arbeiten an unserer neuen Basis im Freiland begonnen. Dort werden wir heuer eine Station einrichten wo das Gemüse geputzt und in die Kisterln einsortiert werden kann. Rundherum entstehen auf knapp 3000m² neue permanente Beete. Aufgeteilt in sieben „Schläge“ rotieren dort die verschiedenen Gemüsefamilien in einer gut durchdachten Fruchtfolge über einen Zeitraum von sieben Jahren.

Das rechtzeitige Anlegen der Beete wird eine Herausforderungen werden, da uns dazu im Frühjahr nur ein kleines Zeitfenster bleibt. Sollte das Wetter nicht mitspielen und der Boden zu feucht für die Bearbeitung sein, würde sich die Aussaat nach hinten verschieben und so Löcher im Ernteplan entstehen.

Hoffentlich noch im Frühjahr fertig wird die neue Abholstelle, direkt an der Schafferstraße in Leonding. Dafür adaptieren wir derzeit einen alten Stadl. Bis zur Fertigstellung erfolgt die Abholung weiterhin beim Folientunnel.

Unser zweites Jahr als Martkgärtnerei liegt vor uns und wir stecken wieder voller Tatendrang. Für die Abholstelle in Leonding sind noch ein paar Ernteanteile zu haben. Insgesamt verdoppelt sich unsere solidarische Landwirtschaft heuer auf 40 Anteile. Wir sind schon sehr gespannt auf die neue Saison und hoffen natürlich auf gute Erträge und gesunde Pflanzen.